Rudolf Steiner über Chakren

„Man kann die einzelnen sich bildenden geistig-seelischen Organe vergleichsweise «Lotusblumen» nennen, entsprechend der Form, die sich das übersinnliche Bewusstsein von ihnen (imaginativ) machen muss. (Selbstverständlich muss man sich klar sein darüber, dass solche Bezeichnung mit der Sache nicht mehr zu tun hat als der Ausdruck «Flügel», wenn man von «Lungenflügeln» spricht.)


Durch ganz bestimmte Arten von innerer Versenkung wird auf den Astralleib so gewirkt, daß sich das eine oder andere geistig-seelische Organ, die eine oder die andere «Lotusblume» bildet. Es sollte, nach allem in diesem Buche Ausgeführten, überflüssig sein, zu betonen, daß man sich diese «Beobachtungsorgane» nicht wie etwas vorzustellen hat, das in der Vorstellung seines sinnlichen Bildes ein Abdruck seiner Wirklichkeit ist.


Diese «Organe» sind eben übersinnlich und bestehen in einer bestimmt geformten Seelenbetätigung; und sie bestehen nur insofern und so lange, als diese Seelenbetätigung geübt wird.

Etwas, was sich als Sinnenfalliges anschauen läßt, ist mit diesen Organen so wenig am Menschen, als irgendein «Dunst» um ihn ist, wenn er denkt. Wer sich das Übersinnliche durchaus sinnlich vorstellen will, gerät eben in Mißverständnisse.“
(Lit.: GA 13, S. 345)

Rudolf Steiner um 1905

„Der Unterschied zwischen physischen und astralen Organen besteht darin, daß die physischen Sinnesorgane des Menschen passiv sind; sie lassen alles von außen auf sich einwirken. Auge, Ohr und so weiter sind zunächst im Zustand der Ruhe, sie müssen warten, bis ihnen etwas geboten wird, Licht, Töne und so weiter.

Die geistigen Organe sind im Gegensatz dazu aktiv, sie umfassen klammerartig den Gegenstand.“ GA 95, S. 41ff

„Die Lotusblumen sind innerliche Bewegungen, sie sind im Inneren des Menschen.“
GA 95, S. 146.

„Die Lotusblumen nehmen erst dann wahr, wenn sie sich bewegen, wenn sie einen Gegenstand umfassen. Die durch das Drehen der Lotusblumen erregten Schwingungen bewirken dann eine Berührung der Astralmaterie, und so entsteht die Wahrnehmung auf dem Astralplan.“
GA 95, S. 112

„Man sollte sich diese Organe nicht wie etwas vorstellen, das in der Vorstellung seines sinnlichen Bildes ein Abdruck seiner Wirklichkeit hat. Diese Organe sind eben übersinnlich und bestehen in einer bestimmt geformten Seelenbetätigung;und sie bestehen nur insofern und so lange, als diese Seelenbetätigung geübt wird.

Etwas, was sich als Sinnenfälliges anschauen läßt, ist mit diesen Organen so wenig am Menschen, als irgendein «Dunst» um ihn ist, wenn er denkt. Wer sich das Übersinnliche durchaus sinnlich vorstellen will, gerät eben in Mißverständnisse.“
GA 13, S. 345

„Diese Organe entwickeln sich durch die Übungen, die der Lehrer dem Schüler gibt, so wie auch die Sinne des physischen Leibes durch Übung entwickelt werden. Sie dürfen nicht glauben, daß irgendwelche tumultuarischen Vorgänge, Zauberei und dergleichen den Menschen dazu führen können, diese Sinnesorgane zu entwickeln. Es sind lediglich intime Vorgänge, ein Lernen innerhalb der Gedanken, welche die Kraft in sich haben, solche Organe zu entwickeln.“
GA 98, S. 29f

Der Ort des Erlebens ist – wie hier genannt – der eigene astralische Leib. Darum, weil das so ist, sieht der Geistesschüler in der übersinnlichen Welt das zuerst, was er am besten kennt: sich selbst. Allerdings nicht in physischer Gestalt, sondern in geistiger Aktivität, die sich fortwährend ändert. Um von dort zu einem Wahrnehmen der geistigen Umgebung zu kommen, bedarf es weiterer Schulung: „ (es) ….kommt jene höhere Tätigkeit zustande, durch die wir von der Seele aufsteigen zum Geiste, wo dasjenige, was uns sonst bloß als Innenleben erscheint in Denken, Fühlen und Wollen, nunmehr in der Außenwelt auftritt, getragen von geistigen Wesenheiten.“
GA 115, S. 56